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ETH-Ranking gerät unter BeschussVon Michael Lütscher. Aktualisiert am 16.01.2009 Die klassische Vorbereitung für die ETH schneidet im Gymnasien-Ranking schlecht ab: Der Rektor des MNG Rämibühl kritisiert die Studie darum heftig – und erhält Schützenhilfe vom Kanton.
Gestern Donnerstag präsentierte die ETH eine Rangliste der besten ETH-Nachwuchsschmieden. Schon hagelt es Kritik. Es sei «skandalös, zumindest fahrlässig», dass die ETH eine Rangliste der Öffentlichkeit vorstelle und zugleich sage, diese sei nicht als Rangliste zu verstehen, sagt Ernst Schmid, Rektor des MNG Rämibühl. Seine Schule hat darin schlecht abgeschnitten: Das MNG Rämibühl, das sich selbst als «klassische Vorbereitungsschule für die ETH» bezeichnet, nimmt unter 60 Mittelschulen nur den 48. Rang ein. «Die Studie, in der nichts hinterfragt und in einen Zusammenhang gestellt wird, ist vor allem für uns eine Katastrophe», sagt Schmid. Die Rangliste suggeriere, dass die Leistung der Studenten etwas mit der Qualität des Gymnasiums, das sie besuchten, zu tun hat, ärgert sich Schmid. Von der Winterthurer Kantonsschule Rychenberg, Nummer eins der Liste, studierten nur fünf Prozent Maturanden an der ETH - «eben die Besten». Vom MNG Rämibühl hingegen gehen 25 Prozent an die ETH. «Unser Ziel ist es, alle Schüler auf die ETH vorzubereiten, auch mittelmässige. Sie sollen dort bestehen. Wir können nicht den Anspruch haben, nur Spitzenstudenten hervorzubringen. Unser Land braucht Ingenieure», sagt Schmid. MNG: 60 Prozent SekundarschülerWenn man die Idee der Rangliste der ETH auf die Gymnasien übertrage, stelle man fest, dass das MNG Rämibühl als Kurzgymnasium schlechtere Voraussetzungen hat als Langgymnasien wie etwa die Kantonsschule Rychenberg. Die besten Schüler wechseln nach der 6. Klasse ins Gymi. Die Schüler des MNG aber kommen zu 60 Prozent aus der Sekundarschule. Schmid mag aus der schlechten Rangierung keine Konsequenzen ziehen. Grund: «Man kann die Resultate gar nicht interpretieren». In den Zufriedenheitsstudien, welche im Auftrag der Bildungsdirektion regelmässig durchgeführt werden, werden die Studenten über ihre Vorbereitung aufs Studium in der Mittelschule befragt. Dort schneide das MNG immer «überdurchschnittlich» ab. «Man sollte alle 160 Mittelschulen auflisten»Kritik an der Rangliste der ETH übt auch Johannes Eichrodt, Leiter der Abteilung Mittelschulen in der kantonalen Erziehungsdirektion. Es seien nur «quantitative Kriterien» hinsichtlich der einzelnen Schulen berücksichtigt worden. Studenten, die schon im ersten Jahr das Studium abbrechen, seien nicht einbezogen worden, ebensowenig jene, die die Basisprüfung im zweiten Durchgang meistern. Zudem bleibe der Erfolg von Studenten an anderen Hochschulen und Fachhochschulen ausgeklammert. Eichrodt kritisiert zudem, dass die Rangliste der ETH nicht sämtliche 160 Mittelschulen der Schweiz enthält, sondern nur jene 60, welche im untersuchten Zeitraum mindestens 30 Studenten an die ETH Zürich geschickt hätten. «Wenn schon eine Rangliste, dann eine komplette», findet Eichrodt. Die Rangliste werfe viele inhaltliche Fragen auf, sagt der Chefbeamte: Etwa wieso Schulen mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung nicht besser abschneiden als solche mit sprachlichem Schwerpunkt? Auch wieso ländliche Mittelschulen besser abschneiden als städtische, wurde nicht untersucht. Erfreulich, findet Eichrodt, dass die ETH-Studie herausgefunden hat, dass gute Maturanden die besseren Studenten sind – und damit den Wert der Matura bestätigt.
Erstellt: 16.01.2009, 12:24 Uhr
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