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Erziehungsdirektoren halten nichts von Schulrankings

Die Kritik an der Gymnasien-Rangliste der ETH Zürich reisst nicht ab. Jetzt bemängelt auch die Erziehungsdirektorenkonferenz die ETH-Studie.

Die Studie über den Zusammenhang zwischen Maturanoten und Studienerfolg an der ETH ruft Kritik hervor. Isabelle Chassot, Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz, stösst sich an der darin enthaltenen Aufstellung von Gymnasien. Bei der Präsentation der ETH-Studie «Maturanoten und Studienerfolg» hatte ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach zwar darauf hingewiesen, dass man aus der Aufstellung keine Rangliste ableiten könne.

Die Aufstellung sage aber nichts aus über die Qualität der Ausbildung an den betreffenden Gymnasien, sagte Wunderli-Allenspach vergangene Woche. Dafür seien die Unterschiede wie Kurz- oder Langzeitgymnasium und Maturandenquoten in den Kantonen viel zu gross. Trotzdem wurde die Liste vielerorts als Rangliste wahrgenommen, und in den vergangenen Tagen sowohl von Gymnasien und Schulverbänden, aber auch von kantonalen Regierungsstellen kritisiert.

Ungenügende Grundlage

Auch die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Isabelle Chassot, bezeichnete die Publikation der Aufstellung als «fragwürdig». Das Ranking beruhe auf einer ungenügenden Grundlage und lenke vom eigentlichen Inhalt der Studie ab, sagte sie in einem Interview in der «NZZ» vom Donnerstag. Gemäss Chassot fehlen in der Studie eine präzisere Fragestellung und eine Berücksichtigung des Umfelds. Eine Schule habe auch ganz andere Qualitäten als jene, die von den ETH-Studierenden erwartet würden. Mit den vorhandenen Daten lasse sich jedenfalls kein Ranking der Gymnasien erstellen. Grundsätzlich, so Chassot, seien Schulrankings weder sinnvoll noch politisch nötig.

Die Zürcher Erziehungsdirektorin Regine Aeppli (SP) fand ebenfalls keinen Gefallen an der Aufstellung. Die ETH habe in dieser Angelegenheit «widersprüchlich kommuniziert», sagte sie in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Obschon die Hochschule sagte, man wolle kein Ranking machen, sei in der Studie eines abgedruckt gewesen. Zudem sei die Studie mit methodischen Mängeln behaftet. «Wer Definitionsmacht für sich beansprucht, muss solches vermeiden, besonders die ETH», hielt Aeppli fest. (vin/sda)

Erstellt: 23.01.2009, 11:17 Uhr

© Tamedia AG
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Erziehungsdirektoren-halten-nichts-von-Schulrankings/story/24764104